DAS ZAHNEPOS
Zahnarzt Delyan Kukurinkov
(Praxisinhaber)
Hafnersmarkt 7
91801 Markt Berolzheim
Ausgeschlagene Zähne und abgeschlagene Zahnteile können mitunter wieder eingesetzt oder angeklebt werden. Den Zahn auf keinen Fall abwaschen / abreiben, sondern mit dem Zahn – so wie er ist – schnellstmöglich zum Zahnarzt. Den Zahn ggf. in H-Milch einlegen. Noch besser: In der Apotheke gibt es sogenannte "Zahnrettungsboxen" mit der passenden Nährlösung.
Karies beginnt früher als gedacht – Warum Prävention schon im Kindesalter zählt
Karies beginnt früher als gedacht – Warum Prävention schon im Kindesalter zählt
Karies gilt als eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit – und das nicht nur bei Erwachsenen. Viele Eltern glauben, dass Milchzähne weniger wichtig seien, weil sie ohnehin später ausfallen. Doch die Realität ist anders: Karies kann schon im frühesten Kindesalter beginnen und langfristige Folgen für die Mundgesundheit haben. Früherkennung und Prävention sind daher entscheidend.
Wie Karies entsteht
Karies, umgangssprachlich auch Zahnfäule genannt, entsteht durch das Zusammenspiel von Bakterien, Zucker und Zahnschmelz. Auf den Zähnen bilden sich Zahnbeläge, in denen bestimmte Bakterien Zucker aus der Nahrung verstoffwechseln und dabei Säuren produzieren. Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an, lösen Mineralien heraus und führen zunächst zu weißen Flecken. Wird nichts unternommen, entstehen Löcher im Zahn – die eigentliche Karies.
Bei Milchzähnen passiert dieser Prozess oft schneller als bei bleibenden Zähnen, da ihr Schmelz dünner und weniger widerstandsfähig ist. Schon kleine kariöse Stellen können sich rasch ausweiten, wenn sie nicht behandelt werden.
Karies beginnt früh – schon bei Babys
Neuere Studien zeigen, dass Karies nicht erst im Schulalter auftritt, sondern bereits bei Kleinkindern und manchmal schon bei Säuglingen beginnt. Man spricht von Early Childhood Caries (ECC) – Karies im frühen Kindesalter. Häufig betroffen sind die oberen Frontzähne, aber auch Backenzähne können schnell Schaden nehmen.
Ursachen für frühe Karies sind unter anderem:
- Längeres Saugen an Flasche oder Schnuller, besonders mit zuckerhaltigen Getränken
- Frühzeitiges Einführen von Lutschbonbons, Honig oder Fruchtsäften
- Unzureichende Zahnpflege, da Eltern oft glauben, Milchzähne seien „nicht so wichtig“
- Familiäre Kariesbakterien, die von Eltern auf Kinder übertragen werden können
Langfristige Folgen unbehandelter Karies
Unbehandelte Karies kann weitreichende Folgen haben:
- Schmerzen und Entzündungen, die das Essen und Sprechen erschweren
- Frühzeitiger Verlust von Milchzähnen, was die Zahnstellung der bleibenden Zähne beeinflussen kann
- Höheres Risiko für Karies im bleibenden Gebiss
- Psychologische Auswirkungen, etwa Schamgefühle oder geringes Selbstbewusstsein durch sichtbare Schäden
Die Erkenntnis, dass Karies bereits im Baby- oder Kleinkindalter beginnt, macht deutlich, dass präventive Maßnahmen früh starten müssen.
Prävention beginnt schon zu Hause
Eltern spielen eine zentrale Rolle bei der Kariesprävention. Schon bevor der erste Zahn erscheint, sollten einfache Regeln beachtet werden:
- Richtige Ernährung: Zuckerhaltige Getränke und Snacks möglichst vermeiden, stattdessen Wasser und gesunde Snacks wie Obst und Gemüse anbieten.
- Zahnpflege von Anfang an: Mit dem ersten Zahn die Zähne vorsichtig mit einer weichen Kinderzahnbürste reinigen. Ab ca. 2 Jahren kann eine kleine Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta verwendet werden.
- Regelmäßige Kontrolle: Der erste Besuch beim Zahnarzt sollte spätestens mit dem ersten Zahn erfolgen – so kann frühzeitig auf Kariesrisiken reagiert werden.
- Vorbildfunktion: Kinder lernen durch Beobachtung. Eltern sollten ihre eigene Mundhygiene ernst nehmen und Zähneputzen gemeinsam üben.
Die Rolle des Zahnarztes
Zahnärztinnen und Zahnärzte können durch Früherkennung, professionelle Reinigung und Beratung dazu beitragen, Karies zu verhindern. In manchen Fällen kann die Anwendung von Fluorid-Lacken oder Versiegelungen der Backenzähne sinnvoll sein, um die empfindlichen Zähne zu schützen. Regelmäßige Kontrolltermine ermöglichen, kleine kariöse Veränderungen frühzeitig zu behandeln, bevor größere Schäden entstehen.
Fazit
Karies beginnt oft viel früher, als viele Eltern denken – schon im Säuglings- und Kleinkindalter. Die gute Nachricht: Frühzeitige Prävention wirkt effektiv. Eine Kombination aus gesunder Ernährung, konsequenter Zahnpflege und regelmäßigen Zahnarztbesuchen kann das Risiko für Karies deutlich reduzieren.
Je früher Eltern die Bedeutung der Milchzähne erkennen und aktiv handeln, desto besser sind die Chancen für gesunde Zähne ein Leben lang. Karies ist also kein unvermeidliches Schicksal – sondern ein Problem, das mit Wissen, Aufmerksamkeit und frühzeitiger Fürsorge erfolgreich bekämpft werden kann.
